Das vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Forschungsprojekt (2026-2029) untersucht die Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten als ein gesellschaftlich umkämpftes Terrain. Es nimmt dabei neben staatlichen Institutionen und Gesundheitsexpert:innen auch Akteur:innen in den Blick, welche die Forschung bislang noch wenig beachtet hat: Wirtschaftliche Interessengruppen, private Gesundheitsinstitutionen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Das Projekt verbindet neueste Ansätze aus der Wissensgeschichte des Politischen, den ignorance studies und den citizenship studies und erforscht die Effekte von Ungleichheitskategorien wie Geschlecht, Staatsbürgerschaft und Klasse auf das Regieren von Gesundheit. Mit Teilprojekten zu Tabak, Übergewicht und Luftverschmutzung werden drei zentrale Schauplätze erforscht, auf denen Gesundheitsfolgen der Massenkonsumgesellschaft verhandelt wurden, aber auch divergierende Interessen, konkurrierende Konzepte von Staatlichkeit und unterschiedliche Vorstellungen bürgerlicher Rechte, Ansprüche und Pflichten aufeinanderprallten. Dies erlaubt es, Interaktionen von Politik, Wirtschaft und Medizin zu analysieren, die den gesellschaftlichen Umgang mit Gesundheit und Krankheit in der Schweiz prägten.
Team:
Projektleitung: Dr. Pascal Germann
Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Silvia Berger
Doktorand:innen: Marius Fellinger, Christian Jung, Muriel Thalmann